Influenza n

Influenza („Echte Grippe")

Die Impfung gegen Influenza ist ab Herbst 2020 Teil des Gratisimpfprogramms für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr. Für ältere Jugendliche und Erwachsene wird die Influenza weiterhin preisgestützt und damit deutlich vergünstigt angeboten.

Influenza ist hoch ansteckend, die Viren werden durch Tröpfcheninfektion (über die Atemluft) übertragen. Eine Infektion mit Influenza beginnt typischerweise plötzlich, es entsteht hohes Fieber und die Atemwege erkranken schwer. Von den Krankheitsanzeichen her (v. a. hohes Fieber, Husten, schweres Krankheitsgefühl) ist Influenza sehr leicht mit COVID-19 zu verwechseln. Solange es noch keine Impfung gegen COVID-19 gibt, können wir uns aber nur schützen, wenn Menschen mit „grippeähnlichen“ Symptomen und ihre Kontaktpersonen sofort in Quarantäne gehen und so lange dortbleiben, bis sicher ist, dass sie sich nicht angesteckt haben. Daher ist es gerade in COVID-19-Zeiten besonders wichtig, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen und chronisch Kranke.

In Österreich stecken sich pro Jahr zwischen 5 und 15% der Bevölkerung mit dem Influenzavirus an und viele davon erkranken, rund 1000 Personen sterben jährlich in Österreich an einer Ansteckung mit Influenzaviren (https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Grippe-(Influenza).html).

Allein das zeigt, dass bei uns die Durchimpfungsrate noch viel zu gering ist. Alle zwei bis drei Jahre tritt die Infektion epidemisch auf. Die Influenza trägt ganz wesentlich zur sogenannten "Übersterblichkeit" in den Wintermonaten bei. Die Überwachung der Influenzasituation erfolgt in Österreich über das sogenannte Influenza-Surveillance-System. Erfasst werden Daten aus einem klinischen und einem virologischen Sentinelsurveillance-System sowie der Labormeldungen von Influenzavirusnachweis von weiteren fünf virologischen Laboratorien. Diese Daten werden wöchentlich durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz an das Europäische Surveillancesystem, geführt vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), gemeldet (https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe).

Weitere Informationen und aktuelle Daten zur Influenzasituation in Österreich finden Sie hier:

Nationale Referenzzentrale für Influenzaepidemiologie der AGES

Zentrum für Virologie der MedUni Wien

Europäische Influenza-Meldedaten

Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI

 

 

Influenza im Detail

Erreger: Influenzaviren vom Typ A, B, C (letzere klinisch unbedeutsam), gehören zur Familie der Orthomyxoviridae (RNA-Viren).

Erregervorkommen: je nach Virustyp Geflügel, Schweine oder Menschen; gelegentliche „Tierpassagen“ (Schwein, Pferd, Ente).

Verbreitung: weltweit, gehäuft in der typischen Grippesaison (auf der Nordhalbkugel von November bis April). Die typische Grippesaison in Europa dauert von Dezember/Januar bis März/April, gelegentlich ist der Beginn auch später.

Inkubationszeit (Zeit von Ansteckung mit dem Erreger bis Ausbruch der Erkrankung): wenige Stunden bis 3 Tage, Durchschnittlich 1-2 Tage.

Infektionsquellen und Übertragung: von Tier auf Mensch oder Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion bzw. auch Kontaktinfektion.

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): zwischen 15 und 75 Prozent je nach Virustyp.

Krankheitsbild: Bei 30 bis 50% der Infizierten: rasch einsetzendes Fieber (teilweise bis über 39 Grad), allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Halsentzündung und allgemeine (Kreislauf-) Schwäche.
Besteht beim Erkrankten eine Vorerkrankung der Atemwege (z. B. Asthma), des Herzens oder der Niere, oder handelt es sich um ältere Menschen, so sind Komplikationen häufig: schwere Bronchitis, Lungenentzündung, Kreislaufversagen, toxische Schäden am Herzmuskel oder Herzmuskelentzündung, Rippenfell-, Nieren-, Stirn- und Nebenhöhlenentzündung, Mittelohr oder sogar Gehirnentzündung. Spätfolgen nach solchen Komplikationen sind nicht selten, auch Todesfälle bei älteren, geschwächten Personen sind immer wieder zu beobachten.

Vorbeugung (Prophylaxe): Einhalten von Hygieneregeln (v.a. regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser, Nießen in Papiertaschentuch/Armbeuge) und jährliche Impfung. Influenza-Impfstoffe werden an saisonale Stämme angepasst, der Impfschutz beginnt etwa 2 Wochen nach der Impfung.

Säuglinge können/sollen ab dem 7. Lebensmonat mit (tetravalentem) Totimpfstoff geimpft werden. Für Kinder und Jugendliche ab dem vollend. 2. bis zum vollend 15. Lebensjahr steht ab Herbst 2020 auch ein nasal zu verabreichender Lebendimpfstoff (Fluenz-Tetra) kostenfrei zur Verfügung.
Die Impfung wird als gut verträgliche Totimpfung wegen der besonderen Gefährdung auch für Schwangere (im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel) vor und eventuell auch noch während der Influenzasaison (Oktober bis März) zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen empfohlen.
Ebenso sollte die Durchimpfungsrate bei Angehörigen von Gesundheitsberufen sowie bei Betreuungspersonen zu deren eigenem Schutz und zur Vermeidung der Ansteckung der anvertrauten Patienten gesteigert werden.
Außerdem wird die Influenza-Impfung allen chronisch Kranken (Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, Stoffwechselkrankheiten und angeborene oder erworbene Immundefekte) und Senioren (> 50 Jahre) sowie Personen mit häufigen berufsbedingten Kontakten zu anderen Menschen (Lehrer, Schüler, Gastwirte, Beamte usw.) besonders angeraten.


Quellen:
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Grippe-(Influenza).html
www.Influenza.at
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe
www.reisemed.at
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und OA Dr. Andreas Trobisch, Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

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