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COVID-19-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche

Im Oktober 2022 wurden von der Europäischen Arzneimittel Agentur EMA zwei Coronaimpfstoffe für Kinder unter 5 Jahren freigegeben. 
In Österreich empfiehlt das Nationale Impfgremium (NIG) diese Impfung für Kinder ab dem voll. 5. Lebensjahr. Für Kinder unter 5 Jahren ist die Corona-Schutzimpfung bei erhöhtem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs empfohlen. Das sind besonders Unter-5-Jährige mit genetischen, neurologischen oder metabolischen (also den Stoffwechsel betreffenden) Krankheiten: z.B. angeborene Herzerkrankungen, Übergewicht, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, chronische Lungenerkrankungen, Sichelzellanämie. Auch Unter-5-Jährige mit Immunsuppression sollen die Corona-Schutzimpfung bekommen.

Hier das Wichtigste in Kürze (Stand Dez. 2022):

- Die COVID-19-Impfung mit Comirnaty wird für alle Kinder und Jugendlichen ab 5 Jahren allgemein empfohlen. Für Kleinkinder vom vollendeten. 6. Lebensmonat bis zum 5. Lebensjahr ist in Österreich eine Impfung bei erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit COVID-19 empfohlen (siehe auch Impfempfehlungen weiter unten).

- Die für Kinder und Jugendliche zugelassenen mRNA-Impfstoffe sind sicher und hoch wirksam. Der Impfstoff Comirnaty von BioN-Tech/Pfizer löst auch bei Kindern eine vergleichbare Immunantwort wie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus.

- Bei der Impfung von Kindern wird eine geringere Menge von mRNA eingesetzt, (Comirnaty 3 Mikrogramm).

- Als Alternative für Kinder ab voll. 12. Lebensjahr ist auch der Impfstoff Nuvaxovid zugelassen.

- Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche: Impfschema:

Gratisimpfung LW: Lebenswoche; LM: Lebensmonat; LJ: Lebensjahr
COVID-19-Impfung 1. Teilimpfung 2. Teilimpfung 3. Teilimpfung Auffrischung
Unter 5-Jährige
(mit Risiko od. indiv. Bedarf)
ab voll. 6. LM 1. TI+3 Wochen 2. TI+8 Wochen  
Ab voll. 5. LJ bis voll. 12. LJ ab voll. 5. LJ 1. TI+3-4 Wochen 2. TI+6 Monate  
Ab voll. 12. bis voll. 18. LJ ab voll. 12. LJ 1. TI+3-4 Wochen 2. TI+6 Monate 3. TI+6 Monate


- Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wird nach der Impfung drei Tage körperliche Schonung empfohlen sowie eine Woche lang kein Sport.

Von außerhalb der EU stammen folgende COVID-19-Impfstoffe für Kinder: Soberana2 (RBD-conj-Finlay Institute) ≥ 2 Jahre (aus Kuba), Abdala (Subunit-CIBG) ≥ 2 J (Kuba), Coronavac(VP -Sinovac) 3–17 J (China), BBIBP-CorV (VP -Sinopharm) 3–17 J (China), Covaxin (VP -Bharat) 12–17 J (Indien), Zycov D (Plasmid-DNA –Zydus Cadila) 12–17 J (Indien).

COVID-19 IMPFEMPFEHLUNGEN des österr. Nationalen Impfgremiums 2023 (Österreichischer Impfplan 2023, Version 1.1.):
Allgemein empfohlen ist die Impfung für Kinder ab dem vollendeten 5. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene, sowie für Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 5. Lebensjahr mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19. Entsprechend der Zulassung kann auch gesunden Kindern ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 5. Lebensjahr ohne erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 unter Berücksichtigung der persönlichen
Situation sowie des individuellen Umfelds (z.B. Gemeinschaftseinrichtungen) eine Impfung angeboten werden.

Für die Altersgruppe vom vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 5. Lebensjahr ist die spezielle Kinder-Formulierung des Comirnaty-Impfstoffes empfohlen. Dabei kommt ein 3-Dosen-Schema mit je 3 Mikrogramm pro Dosis zur Anwendung: 2. Teilimpfung 21 Tage nach der 1. Dosis, 3. Teilimpfung frühestens 8 Wochen nach der 2. Dosis.

Personen (ab 5 Jahren), die noch keine oder nur eine Impfung erhalten haben, sollten die Grundimmunisierung (insgesamt 3 Teilimpfungen) nachholen/vervollständigen.

Empfohlene Intervalle zwischen 2. und 3. Impfung ab dem vollendeten 5. Lebensjahr (Österr. Impfplan 2023):

 Alter Intervall zwischen 2. und 3. Impfung
Vollendetes 5. Lebensjahr bis vollendetes 18. Lebensjahr Ab 6 Monate
Vollendetes 18. Lebensjahr bis vollendetes 60. Lebensjahr 4-6 Monate
Vollendetes 60. Lebensjahr und älter sowie Risikopersonen ab dem vollendeten 5. Lebensjahr Ab 4 Monate

 

Empfohlene Intervalle zwischen 3. und 4. Impfung in Abhängigkeit vom Alter (Österreich. Impfplan 2023):

 Alter Intervall zwischen 2. und 3. Impfung
Vollendetes 6. Lebensmonat bis vollendetes 12. Lebensjahr Derzeit keine Auffrischungsimpfung empfohlen.
Vollendetes 12. Lebensjahr bis vollendetes 60. Lebensjahr Ab 6 Monate
Vollendetes 60. Lebensjahr und älter und Risikopersonen ab dem vollendeten 12. Lebensjahr Ab 4 Monate

Dreimal geimpfte Personen, die zusätzlich eine nachgewiesene Omikron-Infektion (BA.1, BA.2 oder BA.4, BA.5) durchgemacht haben, zeigen nach dieser Infektion eine gute Boosterantwort und (Kreuz-)Immunität gegen BA.4/BA.5. Vor allem bei Personen unter 60 Jahren wird in solchen Fällen durch eine 4. Impfung innerhalb eines Zeitraumes von bis zu 6 Monaten keine weitere Verbesserung des Immunschutzes erreicht und damit kann die 4. Impfung entsprechend verschoben werden.
Insbesondere bei Personen ab 60 Jahren und Risikopersonen (altersunabhängig) kann die Impfung nach abgelaufener Infektion (negativer PCR-Test) bzw. Genesung jedoch auch vor Erreichen der 6 Monate im vorgesehenen Schema erfolgen.

Weitere Details dazu auf der Homepage des Gesundheitsministeriums unter www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html.

Siehe auch https://impfen.steiermark.at.


WARUM wird die Schutzimpfung gegen COVID-19 auch für Kinder und Jugendliche empfohlen?

Kinder und Jugendliche erkranken im Vergleich zu Erwachsenen zwar selten schwer an COVID-19, dafür sorgen die rasche Antwort des kindlichen Immunsystems in den Schleimhäuten sowie die geringere und verzögerte Immunantwort nach dem Antigenkontakt. Dennoch sind auch bei Kindern und Jugendlichen in Österreich Todesfälle und schwere Krankheitsverläufe durch COVID-19-Pneumonie oder Hyperinflammationssyndrom (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, PIMS/Multisystem Inflammatory Syndrome in Children, MIS-C) beobachtet worden. Bis September 2021 wurden in Österreich 142 Fälle eines solchen Hyperinflammationssyndrom bei Kindern und Jugendlichen gemeldet. Im gleichen Zeitraum wurde bei ca. 100.000 Kindern und Jugendlichen eine SARS-CoV-2 Infektion diagnostiziert. D.h. 0,14% der nachweislich infizierten Kinder und Jugendlichen entwickelten ein Hyperinflammationssyndrom. In Österreich lagen die jährlichen Hospitalisierungsraten bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen bei 1:2000-1:5000.
Es gibt auch bei Kindern LONG-COVID – auch nach milden und sogar nach asymptomatischen (also fast unbemerkbaren) Verläufen die sich in einer Vielzahl von klinischen Symptomen äußern können. Gerade für Kinder, die ja im Wachstum sind und in die Schule gehen, ist das eine sehr schwere Belastung und beeinträchtigt die Entwicklung über einen sehr langen Zeitraum (z. B. leiden Kinder enorm, wenn sie sogar schon in der Volkschule Klassen wiederholen, weil die Konzentrationsfähigkeit durch LONG-COVID schwer beeinträchtigt ist).

Ein weiterer Faktor ist, dass durch Impfungen einschränkende Maßnahmen vermieden werden können. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Kinder nicht nur selbst erkranken können, sondern auch zum allgemeinen Infektionsgeschehen beitragen. 

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: COVID-19-Impfungen - Anwendungsempfehlung des Nationalen Impfgremiums. Version 10.3, Stand: 10.08.2022, Ergänzung zu COVID-19-Impfungen: Anwendungsempfehlung des Nationalen Impfgremiums, Version 2.0, 16.09.2022 und Österreichischer Impfplan 2023.

Weitere Informationen zur COVID-19 Impfung werden laufend auf der Homepage des Ministeriums unter www.sozialministerium.at/Corona/Fachinformationen.html veröffentlicht.

Menschen, die COVID und die COVID- Impfung anzweifeln, sollten folgende Tatsachen bedenken: Die Virus-Mutationen Delta und Omikron haben gezeigt, dass COVID-Infektionen für Kinder bedeutsamer sind als ursprünglich angenommen. Die UNICEF zählte bis Juni 2022 17.200 Todesfälle bei Kindern unter 19 Jahren weltweit; 8.000 waren jünger als 8. Die Dunkelziffer wird auf 60.000 tote Kinder und Jugendliche durch COVID geschätzt. Das entspräche fast der Mortalität durch Masern und überträfe die Mortalität durch andere Krankheiten, die durch Impfung vermieden werden können. Nur 8 % der hospitalisierten US-Jugendlichen während der “Delta-Welle” (USA, Sommer/Herbst 2021) waren vollimmunisiert, nur 20 % zu Beginn der “Omikron-Welle” Ende 2021. Die Corona-Schutzimpfung schützt auch sehr wirksam vor dem Hyperinflammationssyndrom. Und geimpfte Kinder sind generell weniger anfällig für die Erkrankung (wobei dieser Effekt bei Omikron geringer war als bei den Virusmutationen davor).

 

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