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Das Gesundheitministerium und die Landessanitätsdirektion Steiermark weisen darauf hin, dass neben der medizinischen Versorgung Schutzsuchender auch der Infektionsschutz der Personen, welche in der Betreuung/Versorgung/Behandlung Schutzsuchender tätig sind, beachtet werden möge.

Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine und den damit einhergehenden vermehrten Fluchtbewegungen auch nach Österreich sollte folgendes berücksichtigt werden:

- Die Ukraine zählt aufgrund ihrer epidemiologischen Situation in Zusammenhang mit TB (insbesondere MDR/DR-TB) in der WHO European Region zu einem von 18 "high priority countries" und wird auf der "global TB watchlist" der WHO geführt. Das Vorliegen unentdeckter, latenter Tuberkulose-Infektionen kann eine erhöhte Erkrankungsgefahr für geflüchtete Personen – hier insbesondere im Kindes- und Jugendalter – in den ersten Jahren nach ihrer Flucht darstellen. Dieser Umstand sollte daher jedenfalls im Rahmen von Umgebungs- und auch Reihenuntersuchungen berücksichtigt werden.

- Besondere Aufmerksamkeit sollte - wegen zirkulierender Polio-Impfviren in der Ukraine, Israel und den besezten palästinensischen Gebieten - auch dem klinischen Bild einer Poliomyelitis bzw. "akuter, schlaffer Lähmung" (AFP), gewidmet und bei entsprechenden Verdachtsfällen unmittelbar eine klinische Diagnostik und notwendige Maßnahmen eingeleitet werden.

Sozialministerium.at: Polio-Merkblatt

- Zudem wird auf die aktuellen Impfempfehlungen für Schutzsuchende aus der Ukraine sowie Personen, welche diese versorgen, hingewiesen und ersucht, die notwendigen Impfangebote bereitzustellen.

Sozialministerium.at: Impfempfehlung für Schutzsuchende aus der Ukraine

Sozialministerium.at: Impfempfehlung für Personen, die in die Versorgung von Schutzsuchenden involviert sind

Update 25.4.2022

Die kostenfreien Impfungen für Kinder und Jugendliche – Rotaviren, 6-fach-Impfung, Pneumokokken, Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio, Hepatitis B (Grundimmunisierung bzw. Auffrischung), Meningokokken ACWY, HPV, MMR – können auch Flüchtlingskindern aus der Ukraine verabreicht werden, wenn sie in der Steiermark registriert sind und ein E-Card bzw. einen E-Card-Ersatzschein mit Sozialversicherungsnummer haben. MMR ist für alle Altersgruppen kostenfrei. Die Abwicklung erfolgt wie gewohnt über die Scheckhefte und Bonbögen.

Um die Geflüchteten über die Möglichkeit der kostenfreien Impfungen aufzuklären, erhalten die steirischen Impfordinationen ein Plakat, auf dem die Informationen zusammengefasst und auf Ukrainisch übersetzt sind.

Das Plakat finden Sie auch unter www.vorsorgemedizin.st/fuer-aerztinnen-aerzte/login-downloadcenter/downloads.

Dort finden Sie auch eine Liste der in der Ukraine am häufigsten verwendeten Impfstoffe samt Komponenten.

Den ukrainischen Impfplan finden Sie unter https://en.moz.gov.ua/vaccinations

Aufklärungs- und Dokumentationsbogen zur Schutzimpfung in Fremdsprachen (Version 1.0, Stand: 13.04.2022) des BMSGPK

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