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Österreichischer Impfplan

Im österreichischen Impfplan finden Sie die aktuellen Impfempfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit in Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten des nationalen Impfgremiums mit ausführlichen Erläuterungen und detaillierten Informationen zu den verschiedenen Erkrankungen, die durch Impfungen vermieden werden können.

Covid19-Impfung: Für alle in Österreich zugelassenen und verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurde 2021 seitens des Nationalen Impfgremiums eine entsprechende Empfehlung zur Impfung veröffentlicht. Diese muss wegen der laufenden Datenaktualisierung regelmäßig adaptiert werden und steht daher außerhalb des Impfplans gesondert unter https://www.sozialministerium.at/Corona zur Verfügung.

Zugelassen sind der Comirnaty®-Impfstoff von Pfizer (95 % Schutz vor Erkrankung), Spikevax® von Moderna (94 %) und Vaxzevria® von AstraZeneca (60 bis 90 %). Weiters Jcovden® von Johnson&Johnson (72 %), Nuvaxovid® von Novavax (89–96 %) und Valneva® (> AZD 1222). NON-EU-Zulassungen sind Gamaleya (91,6 %), Sinovac/Sinopharm/Bharat etc. (50–90 %), Cansino (66 %), ZyCov-D (66 %) und Soberana-2 (62 %).

Was ist neu im Impfplan 2023

Der österreichische Impfplan wurde vom Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und den Mitgliedern des Nationalen Impfgremiums entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert und überarbeitet.

Er enthält 2023, nebst Aktualisierungen von Fallzahlen, Durchimpfungsraten und epidemiologischen Aktualisierungen u.a. folgende Änderungen/Neuerungen:

  • Nachholen und Vorgehensweise bei fehlender Impfdokumentation: Tabellen (ab Seite 13) wurden aktualisiert.
  • COVID-19 Impfempfehlungen und Fachinformationen wurden in den Impfplan integriert.
  • Diphtherie: Die klassische, respiratorische Diphtherie wurde in Österreich seit über 20 Jahren nicht registriert. Im Jahr 2022 wurden mit Stand 23.11.2022 in europäischen Ländern 150 Fälle von Diphtherie gemeldet, darunter 37 bestätigte Fälle aus Österreich. Das vorherrschende klinische Bild der Fälle in Österreich war die kutane Diphtherie (~70 %), es traten jedoch auch mindestens 4 Fälle respiratorischer Diphtherie auf, von denen ein Fall tödlich verlief. Zum Umgang bei Auftreten von Diphtherie finden sich nähere Informationen im Dokument „Diphtherie: Personenbezogene Kontroll- und Präventionsmaßnahmen (16.11.2022)“, online verfügbar unter www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Diphtherie.html.
  • HPV: Ab 01.02.2023 wird das kostenfreie HPV-Impfangebot im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms bis zum vollendeten 21. Lebensjahr im Schema 1+1 ausgedehnt. Grundsätzlich ist die Impfung vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 30. Lebensjahr allgemein empfohlen, ab dem vollendeten 30. Lebensjahr soll diese bei bestimmten Indikationen verabreicht werden (siehe Impfplan Seite 61). . Bei versäumten Impfungen mit HPV9 sollen diese ehestmöglich nachgeholt werden, dabei sind bis zum vollendeten 21. Lebensjahr insgesamt 2 Impfungen ausreichend, ab dem vollendeten 21. Lebensjahr sind 3 Impfungen notwendig. Ist nur eine Impfung mit HPV4 erfolgt, sollen bei Personen unter dem vollendeten 21. Lebensjahr 2 Impfungen mit HPV9 verabreicht werden.
  • Influenza (Virusgrippe): Die Impfung ist ab dem vollendeten 6. Lebensmonat empfohlen und steht in der Saison 2022/23 im kostenfreien Kinderimpfprogamm zur Verfügung. In der Saison 2023/24 wird die kostenfreie Impfung für Kinder in das öffentliche Impfprogramm Influenza integriert. Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich im Rahmen der Bundes-Zielsteuerungskommission im Juli 2022 auf ein öffentliches Impfprogramm Influenza für alle in Österreich lebenden Menschen geeinigt. In der Saison 2023/24 wird ein gewisses Kontingent an Influenza-Impfstoffen niederschwellig und kostengünstig verfügbar sein und damit wesentlich einfacher zugänglich. Nähere Informationen zu verfügbaren Influenza-Impfangeboten werden auf der Webseite des Sozialministeriums unter www.sozialministerium.at/oeip - nach Erarbeitung durch die Zielsteuerungspartner -  ergänzt.
  • Meningogkokken ACWY: Die Impfung mit einem tetravalenten, konjugierten Meningokokkenimpfstoff ist vom vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendeten 13. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten.
    Impfungen gegen Meningokokken ACWY können auch bereits bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt werden und sind insbesondere sinnvoll Reisen in Risikogebiete, in denen die entsprechenden Serogruppen vorkommen (nicht kostenfrei).
  • Pneumokokken: Aktualisierung und Präzisierung des Erwachsenenimpfschemas ab Seite 107 im Impfplan
  • Varizellen: Eine Immunität gegen Varizellen wird allgemein definiert als klinische Anamnese einer ärztlich bestätigten, durchgemachten Varizellenerkrankung, dokumentierte zweimalige Impfung gegen Varizellen oder Antikörpernachweis. Weitere Details zu Varizellen und Herpes Zoster-Impfung siehe ab Seite 129 im Impfplan.
  • Affenpocken: Dazu wurde ein neues Kapitel im Impfplan eingefügt.
  • Masern und Polio: Fallzahlen und Durchimpfungsraten wurden aktualisiert.
  • diverse weitere Aktualisierungen und Anpassungen (Meningokokken, Pneumokokken, Rotaviren und HIB).
  • Rechtliche Aspekte: Mit Stand Dezember 2022 besteht eine gesetzliche Verpflichtung, alle verabreichten Impfungen gegen Affenpocken, COVID-19 und Influenza im e-Impfpass (zentrales Impfregister) zu dokumentieren (§ 4 Abs. 1 eHealthV). Die Speicherung aller anderen Impfungen ist ebenfalls zulässig und sinnvoll.

Auf der Webseite des BM finden sich im Bereich "Impfen" u.a. weitere wichtige und interessante Links:
Fachinformationen der Impfstoffe des kostenfreien Impfprogramms
Häufige Fragen zu Impfungen/Impfstoffen
Reaktionen und Nebenwirkungen nach Impfungen

siehe auch

Liste zugelassener Impfstoffe in Österreich
Zulassung von Impfstoffen

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