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Keuchhusten (Pertussis)

Die Impfung gegen Pertussis ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Pertussis (Keuchhusten) wird durch Keuchhustenbakterien hervorgerufen und führt zu heftigen, oft monatelang anhaltenden Hustenanfällen mit Atemnot.

Pertussis ist eine weltweit vorkommende Tröpfcheninfektion, sie zirkuliert (häufig unerkannt) auch bei uns.
Vor allem für Säuglinge und Kleinkinder sind die Keuchhustenbakterien eine ernste Gefahr. Säuglinge erkranken deshalb sehr schwer, weil sie über keinen Nestschutz verfügen und bei ihnen statt der typischen heftigen Hustenanfälle Atemstillstand eintreten kann. Bei Kleinkindern wiederum begleiten Erstickungsanfälle den oft monatelangen Husten. Weitere Komplikationen können Mittelohr- oder Lungenentzündung sein. Im späteren Leben verläuft eine neuerliche Ansteckung sehr uncharakteristisch, ist aber auch sehr quälend und lang andauernd.

Durch die Keuchhustenimpfung sinkt nun der Antikörperspiegel im Lauf der Zeit gleich ab wie nach dem Durchleiden des Keuchhustens. Daraus ergibt sich ein zeitlich begrenzter Schutz. Der moderne Keuchhusten-Impfstoff ist azellulär (er enthält nur Teile und nicht den ganzen Erreger) und ist auch über das Kleinkindalter hinaus gut verträglich: Lebenslang alle 10 Jahre den Keuchhustenimpfschutz auffrischen.

Pertussis Monitoring der WHO


Pertussis im Detail

Erreger: Bordatella pertussis (Bakterium), selten: Bordatella parapertussis, Bordatella bronchoseptica.

Erregervorkommen: Mensch.

Verbreitung: weltweit

Inkubationszeit: 7 bis 10 (beschrieben Extreme: 5 bis 21) Tage, selten länger

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion, Vermehrung in den Atemwegsschleimhäuten.

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): bis zu 90% bei ungeimpften Kindern im selben Haushalt.

Krankheitsbild: Anfangs „grippale Beschwerden“ (Husten, Schnupfen, Rachenentzündungen, Fieber). Nach 1 bis 2 Wochen zunehmend typische stakkatoartige Hustenanfälle, häufig Erbrechen. Nicht seltene Komplikationen sind Bronchopneumonie (bakterielle Lungenentzündung), Mittelohrentzündung, Keuchhustenenzephalopathie, Apnoe (Atemstillstand).

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Totimpfstoff (als Kombinationsimpfstoff). In Österreich wird nur mehr der azelluläre Pertussisimpfstoff (im Gegensatz zum bis 1993 verwendeten Ganzkeimimpfstoff) verwendet.

Das durchmachen der Erkrankung hinterlässt keine lebenslange Immunität.
Selten wurde auch eine Kolonisierung geimpfter Personen mit Bordatella nach Kontakt mit erkrankten Patienten beobachtet.


Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

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